Öffnungszeiten : Mo.-Fr. 08:00-19:00 Termine nach Vereinbarung
  • Physiotherapie
  • Manuelle Therapie
  • Massage für Kinder und Erwachsene
  • Sportphysiotherapie
  • Rückenstabilisation
Tel. 0711 / 95861166
Fax. 0711 / 95861172
info@polinamed.de
Hauptstätter Straße 89,
70176 Stuttgart

Neurophysiologische Behandlungen ( Bobath)

Bobath

Das Konzept

Das von Dr. Karel Bobath, Neurologe und Psychiater ( 1906-1991) und Dr. h.c. Berta Bobath, Physiotherapeutin (1907- 1991) in London entwickelte Konzept diente ursprünglich der Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen mit erworbener Bewegungsstörung (z.B. nach einem Schlaganfall). Es fand jedoch auch bald Anwendung in der Therapie von Säuglingen und Kindern mit angeborenen Bewegungsstörungen (u.a. mit Spastizität / Athetose). Seit den Anfängen in den 40er Jahren wurde unter stetiger Weiterentwicklung ein Konzept erarbeitet, das auf der Entwicklung der Hirnfunktion bzw. neurophysiologischer Grundlage basiert und sich durch seinen ganzheitlichen Ansatz auszeichnet. Dieses Konzept - bewusst nicht als „Methode“ deklariert - ist so angelegt, dass auch in Zukunft weitere wissenschaftliche Erkenntnisse und empirische Erfahrungen einbezogen werden können.

Bobath Anwendung

Der gemeinsame Behandlungsansatz

Voraussetzung für die Behandlung ist die ärztliche Diagnose und die ergänzende fachspezifische Befunderhebung. Ausgehend von differenzierten Kenntnissen über die Normalentwicklung, die sich durch Variabilität auszeichnet, sowie über die pathologische Entwicklung und deren Auswirkungen auf das motorische Lernen, wird analysiert, auf welchen Fähigkeiten des Patienten die Behandlung aufgebaut werden kann und welche Behandlungsstrategien eingesetzt werden können, um sensomotorische Störungen zu bessern, kompensieren zu helfen oder zumindest Verschlechterung zu vermeiden.

Aus der Analyse des Befundes folgt die Ableitung der Behandlungsschritte unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Patienten in seinem sozialen Umfeld. Befund und Behandlung sind ein ständig weiterlaufender Prozess, der sich einerseits immer wieder neu an erworbenen Fertigkeiten/ Fähigkeiten und den noch bestehenden Schwierigkeiten orientiert, andererseits einen „dialogischen Ansatz“ in der aktuellen Behandlungssituation erfordert.

Voraussetzungen für eine optimale Behandlung sind:

  • zentrale Wachheit, Motivation und Aufmerksamkeit
  • eine therapeutische Vorgehensweise bzw. ein Angebot, das dem Alter und der Entwicklung des Patienten angemessen ist
  • alltags- bzw. situationsbezogenes Handeln

Motorisches Lernen wird gezielt gefördert, indem Bedingungen geschaffen werden, die das Explorieren, Ausprobieren und Entwickeln von Strategien möglich machen. Dieses findet im Handeln bzw. in Funktionen statt.

Taktile, propriozeptive und vestibuläre Reize im Sinne von

-Berühren und Berührt werden
-Bewegen und Bewegt werden,
aber auch Reize im akustischen, optischen, im Geruchs- und Geschmacksbereich wirken in diesem Prozess des motorischen Lernens mit.

Durch die gezielt angewendete äußere Reizgebung in der Therapie wird die Entwicklung einer Tonusregulation von Haltungs- und Bewegungsmustern unterstützt, die dazu dient, dem Patienten zur Verbesserung und Ausweitung seiner Möglichkeiten zu verhelfen. Je nach Notwendigkeit können Hilfsmittel zur Unterstützung eingesetzt werden. Sie sollen Erleichterungen für Patienten, Eltern und Betreuer schaffen.

In der Behandlung werden Wege gesucht, die Eigenaktivität des Patienten aufzugreifen, zu verstärken und gegebenenfalls zu modifizieren. Die Behandlung wird so alltagsnah wie möglich durchgeführt bzw. wird in die Bereiche des täglichen Lebens- Nahrungsaufnahme, Kommunikation, Körperpflege, An – und Ausziehen, Transfer / Fortbewegung- direkt übernommen.
Die Bezugspersonen des Patienten- bei Kindern vor allem die Eltern- werden von Anfang an einbezogen. Nach Möglichkeit wird mit ihnen zusammen die individuell geeignete Vorgehensweise erarbeitet.

Die berufsspezifischen Schwerpunkte 

Gemeinsames Denken und Handeln ist ein Grundprinzip des Bobath-Konzeptes.
Das gilt sowohl für die Zusammenarbeit mit dem Patienten wie auch mit seinen Bezugspersonen und den Mitgliedern des ärztlichen / therapeutischen / pädagogischen / pflegerischen Teams; es bedeutet einen intensiven interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch aller Beteiligten.

Gemeinsame Ziele sind insbesondere:

  • Sicherung der Vitalfunktionen vor allem bei schwer mehrfach behinderten Patienten
  • Förderung der Kommunikation
  • Erreichen der größtmöglichen Selbstständigkeit im eigenständigen Handeln
  • Unterstützung der Selbstverantwortlichkeit des Patienten
  • Vermeiden von Kontrakturen und Deformitäten

Der physiotherapeutische Bereich

  • Optimierung der Haltungskontrolle / des Gleichgewichts in verschiedenen Positionen im Raum in Verbindung zu Alltagssituationen (mit Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie z.B. von biomechanischen Gegebenheiten)
  • Hilfestellung zum Finden eigener Bewegungsstrategien mit den Schwerpunkten Aufrichtung und Fortbewegung